Turnverein startet nach den Osterferien unter freiem Himmel

Sport im Freien Sport im Freien ist jetzt wieder möglich.

Bad Düben. Ballettstunde am Turnhallenzaun, Liegestütze auf der Wiese oder eine Laufeinheit im Stadion. Die Varianten sind vielfältig, die die Bad Dübener Sportler seit Dienstag wieder machen dürfen. Denn die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landkreises Nordsachsen lässt ab sofort Sport für Vereine auf den Außensportanlagen wieder zu. Allerdings dürfen vorerst nur Kinder und Jugendliche bis zum 18.Lebensjahr in Gruppen bis zu 20 Personen unter freiem Himmel trainieren. Und nur so lange wie die Zahl der aktuell genutzten Krankenhausbetten unter der magischen Grenze von 1300 bleibt. Unterstützung gibt es für die Vereine von der Stadt. Die will die Übungsleiter und Trainer kostenlos mit Schnelltests versorgen. "Die Kinder und Jugendlichen werden ja ohnehin in der Schule auf zweimal pro Woche getestet. Dann herrscht auch eine gewisse Sicherheit im Vereinssport", so Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster. Dennoch tun sich die Bad Dübener aktuell noch schwer, schon in dieser Woche mit den Übungsstunden zu beginnen. Der Grund ist das kühle Wetter mit Temperaturen knapp über der Null-Grad-Grenze sowie Schnee und Regen von oben. "Das ist einfach zu kalt. Wir wollen unsere Sportler bei diesem Wetter nicht ins Stadion jagen und dann irgendwelche Erkältungskrankheiten provozieren. Wir haben im Verein entschieden und starten erst mit dem Schulbeginn am 12. April mit den Übungsstunden. Wir haben unsere rund 400 Kinder und Jugendlichen in Gruppen eingeteilt und jeder darf vorerst einmal pro Woche kommen. Wir hoffen, das wir dann auch schnell wieder in die Sporthallen zurück dürfen", hofft Wencke Stein vom TV Blau-Gelb 90 Bad Düben. Für die Sportler in Nordsachsen endet damit eine über fünfmonatige Sportzwangspause. Was für Kinder und Jugendliche jetzt offiziell wieder erlaubt ist, bleibt den Erwachsenen und Senioren aber immer noch untersagt. "So ist die Corona-Schutzverordnung. Aber wir haben die Lage im Blick. Jetzt fangen wir erst einmal mit den Kindern und Jugendliche an und hoffen, das auch bald alles über 18 Jahre wieder zum regelmäßigen Sportbetrieb zurückkehren kann", so Münster. Seit November war der Vereinssport nahezu vollständig lahmgelegt. Vieles viel Corona bislang zum Opfer. "Schätzungsweise 20 Wettkämpfe sind bis heute bei uns ausgefallen. Unser Wintertrainingscamp fand nicht statt und unser rundes Vereinsjubiläum schieben wir immer noch vor uns her. Jetzt hoffen wir, das wir das wenigstens im Laufe dieses Jahres feiern dürfen", hofft Wencke Strein vom Turnverein.

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Die große "TV90-Abenteuer-Challenge" in der Dübener Heide

MutprobeIm Ziel am Gesundbrunnen mussten alle Teilnehmer eine Mutprobe bestehen, ehe es auf Schatzsuche ging.

Bad Düben. Turnvater Friedrich Ludwig Jahn hätte sicher seine Freude gehabt, wenn er in der aktuellen Coronoazeit die kleinen und großen Sportler des Bad Dübener Turnvereins sehen könnte, wie sie Wald und Wiese zu ihren Turnplatz unter freiem Himmel machen. Denn aktuell dürfen sie immer noch nicht zurück in ihre Turnhalle. Sport auf städtischen Außenanlagen ist in Aussicht gestellt. Deswegen ließen und lassen sich die Trainer und Verantwortlichen des rührigen Turnverein seit Monaten gefühlt jede Woche immer wieder etwas neues einfallen, um ihre Mitglieder zu bewegen und auch in der schweren Zeit zum Sporttreiben zu motivieren. "Die Idee zu der Abenteuer-Challenge in der Dübener Heide hatten wir vor einigen Wochen. Der Naturpark liegt ja quasi vor unserer Haustüre und da lag das nahe. Wir hatten in der Vergangenheit schon eine Art Stadtrallye, verschiedene Challenges zum Fasching und zum Wintersport und einiges andere mehr für unsere Kinder und Jugendlichen aber auch für unsere Erwachsenen und Senioren organisiert", sagte Wencke Stein vom Vorstand. Auch diesmal wurden im Vorfeld Verhaltensregeln aufgestellt, um nicht gegen die aktuellen Regeln zu verstoßen. Und so durfte nur in Familie oder mit einem weiteren Freund oder Freundin auf die Strecke gegangen werden. Überall war Desinfektionsmittel und es wurde sich mit Abstand begegnet. Diesmal verlangten die Organisatoren von ihren Teilnehmer nicht nur eine gute Portion Ausdauer, Kondition, Kraft und Geschick, sondern auch noch Wissen rund um die Fauna und Flora der Dübener Heide. Der Start erfolgte an der Bockwindmühle nahe der Obermühle. Hier bekamen die Teilnehmer eine Karte mit den Stationen und eine leere Eierpappe für das Naturbingo. Auf den rund vier Kilometern bis zum Ziel galt es zehn verschieden Naturmaterialien zu sammeln. Den meisten gelang das sehr gut. "Ich habe Birkenrinde, einen Kienapfel, Bucheckern, eine Feder, ein Kiefernzweig, drei kleine Steine, einen Ast mit Geflecht, Gras, Farn und ein Lindenblatt gefunden", erzählte Fabiane Runzer. Damit hatte die Elfjährige den ersten Teil der Aufgabe erfolgreich absolviert. Auf der Strecke zum Ziel galt es zudem sieben verschiedene Stationen im Wald anzulaufen. Hier standen hauptsächlich sportliche Prüfungen auf dem Plan. Und so mussten unter anderem Liegestütze, Balancieren und eine Standwaage auf einem Baumstamm absolviert werden. Im Ziel wartete dann ein Höhepunkt. Ehe es auf die anschließende Suche nach einer Schatzkiste ging, musste per Tau und Drahtseil noch ein kleiner Bach überwunden werden. Danach durften sich die kleinen und großen Teilnehmer sich die Belohnung aus der Schatzkiste abholen. "Uns hat es in Familie viel Spaß gemacht und die Kinder konnten auch von Station zu Station motiviert werden. Danke für das tolle Erlebnis in Coronazeiten", freute sich Ulrike Heider. Im Ziel zählten die Verantwortlichen 120 kleine und große Teilnehmer, die nacheinander die Strecke erfolgreich unter die Füße nahmen. Doch nicht alle konnten an diesem Tag teilnehmen. Und so will der Turnverein am 11. April noch einmal zur großen Abenteuer-Challenge einladen. Bis dahin, so hoffen die Blau-Gelben, soll auch wieder der Sport im Freien wieder starten. In Gruppen bis zu 20 Kindern. "Wir sind darauf vorbereitet und haben die Gruppen eingeteilt. Hoffentlich kann es endlich losgehen. Fünf Monate Sportverbot ist lang genug", hofft Wencke Stein.

Schaut Euch 28 Bilder der Abenteuer-Challenge an.

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168. Bad Dübener Stundenlauf mit Abstand und Köpfchen

168. Bad Dübener StundenlaufGanz in Familie unterwegs waren Olaf Prautzsch mit Tochter Mathild und Lebensgefährtin Katrin Aurich auf der Strecke.

Bad Düben. Läufe finden derzeit kaum oder gar nicht statt. Nicht so beim TV Blau-Gelb 90 Bad Düben. Schon im vergangenen Jahr konnten die Läufer und Walker des Vereins ausprobieren, wie es coronakonform und mit Abstand funktionieren kann, doch etwas auf die Beine zu stellen. Und so ging es jetzt wieder auf Stundenlauf in die Dübener Heide. Und das bereits zum 168. Mal. "Normalerweise laufen wir beim Stundenlauf immer auf einer markierten Strecke durch den Bad Dübener Kurpark. Doch wir wollen in der aktuellen Zeit nicht so viel Läufer und Walker eng beieinander auf einer Rundstrecke haben. Deswegen haben wir schon im vergangenen Jahr diese Variante ausprobiert und für gut befunden. Denn man kann bei all den Verboten auch zeigen, wie manches doch möglich ist. Mit Abstand, Hygieneregel und Köpfchen. Das haben wir so glaube ich gut bewiesen", sagte Laufgruppenchef Ullrich Bresch. Und so gingen am Sonntag 21 Läufer, darunter drei Walker, auf die unterschiedlich langen Strecken in der Dübener Heide. Auch Liane Muschler und Ehemann Frieder aus Hohburg waren dabei. "Wir sind gerne in Bad Dübener dabei. Das funktioniert hier richtig prima. Mit Abstand und ohne Probleme. Der Turnverein zeigt, wie es aktuell möglich ist, kleinen Dinge auf die Beine zu stellen. Das nehmen wir dankbar an", so Muschler. Die gelaufenen Runden waren unterschiedlich lang. Die Walker absolvierten beispielsweise eine 8-Kilometerschleife, während die Läufer zwischen zehn und zwölf Kilometer unterwegs waren. "Wir sind bis kurz vor Söllichau gerannt und haben dort gedreht. Das Wetter war super und es hat viel Spaß gemacht", sagte Simone Kanitz. Zu den schnellsten Läufern der 168er-Auflage gehörten Olaf Prautzsch, Sven Reuter und Andre Dietrich bei den Männer und Simone Thurecht, Grit Schlaa sowie Simone kanitz bei den Frauen. Aktuell hoffen die Läufer des TV Blau-Gelb 90, das sie im Juli beim Sachsentrail im Erzgebirge an den Start gehen können. "Im vergangenen Jahr hat das trotz Corona auch gut geklappt. Ansonsten starten wir im September beim Darß-Marathon und Halbmarathon an der Ostsee", sagte Bresch weiter.

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Wir sind noch da:
Dübener Vereine starten Aktion auf dem Markt

Anita WendtÜber 100 Vereinssportler aus Bad Düben kamen zum Marktplatz.

Bad Düben. Eigentlich wären die Turner des TV Blau Gelb Bad Düben am Sonnabend bei einem Wettkampf in Mügeln an den Start gegangen. Doch den Kampf um Punkte und Plätze gibt es corona-bedingt seit Monaten nicht, ebenso wie einen geregelten Trainingsbetrieb. Den Turnern geht es da nicht anders wie zahllosen Sport- und Freizeitvereinen in der Kurstadt und im ganzen Land. Mit einer Aktion auf dem Marktplatz setzten sie jetzt ein klares Zeichen. Eigentlich wär Steffen Brost an diesem Samstagvormittag mit rund 100 Aktiven und Betreuern aus der Abteilung Gerätturnen des TV Blau-Gelb Bad Düben zum Wettkampf in Mügeln. Stattdessen steht der Vereins-Chef und Trainer auf dem Marktplatz, vor sich ein Mikrofon. Rund 100 Kinder, Frauen und Männer von TV, SV Bad Düben, Tennis-, Freizeitsport-, Reitverein Heidehof und Hammermühler Karnevalsverein sind gekommen – mit Mund-Nasen-Schutz und ausreichend Abstand. Würden die Infektionszahlen nicht wieder bedrohlich ansteigen, wären noch mehr da. Auch die Abordnung des SV Bad Düben ist kleiner ausgefallen. Vereins-Chefin Susanne Windisch macht dennoch deutlich: "Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass es uns noch gibt." Der stürmische Wind lässt den Schriftzug "Wir brauchen Sport" Schwarz auf Weiß energisch auf und ab flattern. Schwebebalken, Bock, Matten und Co. sind auf dem Pflaster drapiert. Sie bleiben unbenutzt. Ein Bild mit Symbolcharakter. "Tausende Mitglieder traten und treten mangels Trainingsmöglichkeiten aus, es findet kein Sportunterricht mehr statt, Vereine stehen teilweise am Abgrund und ganz vielen Menschen fehlt seit Monaten die Bewegung", sagt Steffen Brost. Die Vereinsaktion richte sich keineswegs gegen die corona-bedingt verbundenen Restriktionen oder gegen die Stadt: "Nein! Wir wollen heute zeigen, dass wir Vereine noch da sind und existieren. Und ja, wir wollen wieder auf unsere Sportplätze und in die Turnhallen zurück. Wir wollen erreichen, dass alle Vereine bei den schrittweisen Lockerungen der Maßnahmen nicht vergessen werden und nicht erst an letzter Stelle stehen." Lockerungen, so macht es der Vereins-Chef deutlich, deren Regeln "umsetzbar sind und nicht mit komplizierten realitätsfernen Varianten unmöglich werden." Wenn bei gesunkener Insidenz Gruppensport im Innen- und Außenbereich wieder erlaubt würde, dies aber einen aktuellen negativen Test voraussetze, sei dies realitätsfern und nicht umsetzbar. "Mein Verein bräuchte in der Woche ca. 700 davon, weil viele Sportler mehr als einmal zum Training kommen. Das wären rund 3500 Euro. Wer soll das bezahlen?" Doch der Stillstand betrifft nicht nur die Sportvereine. Zwölftklässlerin Elisa Lachmann spricht für den Hammermühler Karnevalsverein, findet für das Anliegen, das alle eint, eindrucksvolle Worte. "Vereine stellen für viele junge Menschen die Gelegenheit dar, Fähigkeiten, Stärken und Fertigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln. Wir wollen uns auspowern, Talente zeigen, Menschen dafür begeistern, was wir können, was wir lieben und was uns Spaß macht." Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) zollt den Menschen auf dem Markt ihren Respekt. "Ich verstehe eure Situation. Wo wir helfen können als Stadt, werden wir es tun. Aber auch wir sind an Regularien des Landes und Bundes gebunden." Münster versicherte, "sobald wir als Stadt entscheiden können, werden wir versuchen, für die Kinder und Jugendlichen einiges zu ermöglichen und vielleicht sogar einiges mehr. Das ist mein Versprechen."

Quelle: Kathrin Kabelitz (LVZ)

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Von einer Challenge in die nächste

Jetzt stehen Pfeiljagd und andere Challenges auf dem Trainingsplan

Anita WendtElegante Pose am Ziel der Pfeiljagd: Emma, Anna, Laura, Annika und Fabi haben es geschafft.

Bad Düben. Knapp eine Stunde haben Emma, Anna, Laura, Annika und Fabiane vom TV Blau-Gelb 90 Bad Düben für der Pfeiljagd 2.0 einmal quer durch Bad Düben gebraucht. Auf einer Strecke von rund drei Kilometern gab es verschiedene Kraft-, Konditions- und Rätselübungen zu absolvieren. Am Ziel Paradeplatz wartete dann die Belohnung in Form eines Eises. Ausgedacht hatten sich die Challenge die Trainer und Übungsleiter des Turnvereins, der mittlerweile seit vier Monaten seine rund 400 Kinder und Jugendliche nur mit virtuellen Übungsstunden, Konditionstraining via Homepage und anderen Dingen auf Trab halten kann. "Das Durchhalten ist so ziemlich am Ende. Im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen versuchen wir trotzdem regelmäßig Aktionen, die unsere Vereinssportler in Bewegung bringen und halten auf die Beine zu stellen. Auch viele Eltern nutzen die spaßigen und lustigen Angebote unseres Vereins und machen mit", sagte Wencke Stein vom Vorstand des Vereins. Dazu gehören auch Emilia und Sophia Reichenbach. Die beiden Mädchen machten sich am Wochenende, wie viele ihrer Vorschulsportler, auf die spannende Pfeiljagd und hatten viel Spaß. "Das war eine super Idee. So kommen die Mädchen einmal raus und haben Spaß. Beide freuen sich schon wieder, wenn hoffentlich bald das Vorschulturnen wieder losgeht ", hofft Papa Andre Reichenbach auf die Öffnung der Sporthallen in der Kurstadt. Schon seit Anfang November versucht der Verein seine Turnerinnen und Turnern, Vorschulsportler und Tanzmädchen mit verschiedenen Aktionen zu unterhalten. "Wir haben eine eine 30-Tage-Challenge mit täglich wechselnden Übungen gemacht, es gab einen Fasching und dann auch noch Wintersport. Die Pfeiljagd war jetzt eine neue Idee. Jedes Mal machen zwischen 80 und 100 Kinder mit. Das freut uns enorm und lässt uns auch immer wieder neue Aktionen aus der Traufe heben, weil wir so wissen, die Kinder wollen das", sagte Stein. Derweil hofft man hinter den Kulissen, das die Sporthallen bald wieder auf machen. Zumindest in kleinen Gruppen. "Es wäre für alle schön. Ein Hygienekonzept haben wir seit letztem Jahr. Dort haben wir bereits über das ganze Jahr bewiesen, das die Sporthalle keine Corona-Hotspots sind", so Stein. Und für alle Fälle haben die Blau-Gelben bereits die nächsten Ideen in der Tasche. Dabei soll gewandert und fahrradgefahren werden.

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Spenden und Sportgeräte auf dem Weg nach Namibia

TreffenSteffen Brost (rechts) im Gespräch mit Hans-Werner Behrens von "Hilfe für Namibia".
ContainerschiffMit dem Containerschiff "Santa Barbara" werden unsere Hilfsgüter nach Afrika verschifft.

Bad Düben/Peine. Am vergangenen Wochenende haben wir eine Fuhre Hilfsgüter, bestehend aus Turngeräten und Sportsachen, nach Peine zur Organisation "Hilfe für Namibia" transportiert. Von dort aus geht es in ein paar Tagen in einen Überseecontainer und dann mit dem Containerschiff "Santa Barbara" von Bremerhaven aus in sieben Wochen nach Walvis Bay in Namibia. In der namibischen Hauptstadt Windhoek können sich unsere Turnfreunde vom Gymnastik-Club Swakopmund Mitte April dann unsere sportlichen Geschenke abholen. Wir drücken die Daumen, das alles heil ankommt. Weitere Spenden wie Riemchen, Magnesia, T-Shirts, Gymnastikanzüge, Turnsachen für Jungen usw. wollen wir dann hoffentlich bald selber bei einem Besuch mit nach Swakopmund bringen.

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Die Heinzelmännchen des Turnvereins

Anita WendtAnita Wendt
Stefan EichelkrautStefan Eichelkraut

Bad Düben. Die Turnhallen sind verwaist. Seit November ruht der Sportbetrieb. Corona ist schuld. Der Ausblick: schwierig. Keiner weiß aktuell, wann der reguläre Sportbetrieb wieder starten kann. Dennoch wird hinter vielen Kulissen fleißig geplant und alles betriebsbereit gehalten. "Auch wir haben viele fleißige Heinzelmännchen im Turnverein. Sie sind überall und helfen über die aktuell schwierige Zeit zu kommen", sagte Wencke Stein, stellvertretende Vorsitzende des TV Blau-Gelb 90 Bad Düben. Der feiert in diesem Jahr seinen 30 Geburtstag und 175 Jahre Turnen in Bad Düben. Und dafür gibt es eine Menge vorzubereiten. Aktuell hat Rentner Stefan Eichelkraut in Eigenregie den kleinen Vereinsraum hinter der Turnhalle tapeziert und frisch gestrichen. Mittlerweile hängen auch dutzende große Bilderrahmen mit der Geschichte des Turnvereins an den Wänden. "Ich habe Zeit und helfe dem Verein gerne. Eine Enkelin turnt, meine Frau ist der Schatzmeister des Vereins und ich kümmere mich um die Radlergruppe sowie die Walker in der Laufgruppe. Und dann baue ich noch Kulissen für die Weihnachtsshow oder mache andere Dinge, die im Verein notwendig sind oder gebraucht werden", erzählt der 68-Jährige. Auch Anita Wendt gehört zu den fleißigen Bienchen im Verein. Die Rentnerin kümmerte sich vor Jahren um die komplette Reinigung der gesamten Sporthalle Durchwehnaer Straße. Seit dem der Schulbetrieb wieder läuft, hat eine Reinigungsfirma den größten Part übernommen. "Ich mache zwei bis drei mal in der Woche den Hallenteil sauber, wo die Turngeräte stehen. Ich sauge und wische die Matten ab und sorge dafür das es immer sauber und ordentlich aussieht. Gerade jetzt, wo niemand trainieren kann, kann ich auch mal in den Ecken gehen, wo man sonst nicht richtig hinkommt", erzählt die Rentnerin. Derweil rauchen aber auch woanders die Köpfe. Denn der Turnverein sucht immer wieder nach neuen Möglichkeiten, gerade seine jüngsten Mitglieder in den Abteilungen Vorschulsport, Dance und Gerätturnen am Ball zu halten. Immer wieder werden verrückte Challenges in die sozialen Medien und auf der Vereinshomepage eingestellt, die zum mitmachen animieren und die Zeit bis zur Wiederaufnahmen des Sportbetrieb überbrücken sollen. "Nach der Kalendertürchenaktion in der Weihnachtszeit, haben wir aktuell zur 30-Tage-Challenge zum 30. Jubiläum aufgerufen. Einen Monat lang gibt es jeden Tag eine andere Übung, mit 30 Wiederholungen. Viele schicken immer wieder ihre Fotos und zeigen, das sie mitmachen. Schön, das so etwas angenommen wird. Wir halten durch", freut sich Diana Apitzsch vom Vorschulsport.

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Altes Jahr verabschiedet und 2021 läuferisch begrüßt

Mit Abstand
Mit Abstand wurden die Urkunden vom Neujahrslauf überreicht.

Bad Düben. Traditionen muss und soll man pflegen. Wenn auch in diesem Jahr etwas anders. Und so gingen die Läuferinnen und Läufer sowie Walker des TV Blau-Gelb 90 Bad Düben am Silvestertag individuell auf ihre letzte Heiderunde im alten Jahr. "Viele wollten vor dem Jahreswechsel noch einmal die Laufschuhe schnüren. Das konnten dann alle am letzten Tag des alten Jahres zwischen 14 und 16 Uhr. Mit Abstand und individuellen Laufstrecken", erzählte Ulrich Bresch, Abteilungsleiter Laufen und Walken im Bad Dübener Turnverein. Und so wie 2020 verabschiedet wurde, begrüßten die Läufer und Walker das neue Jahr. Gestern Nachmittag konnte jeder, der mit sportlichen Vorsätzen ins Jahr 2021 starten wollte, gleich entsprechenden Fakten liefern. "Alles lief wie beim Weihnachtslauf ab. In einem entsprechenden Zeitfenster am Neujahrsnachmittag gingen etwa 25 Läufer und Walker auf die fünf bis zwölf kilometerlangen Strecken im Naturpark Dübener Heide. Am Ende bekam jeder seine verdiente Urkunde. Diese coronasichere Variante ist zwar nicht schön, aber es ging diesmal nicht anders. Ich hoffe und wünsche, das sich die Lage in den nächsten Wochen langsam entspannt", so Bresch weiter. 2021 haben die Blau-Gelben einiges vor. Bereits Ende April lockt der Darß-Halbmarathon an der Ostsee und im Juli der Sachsentrail im Erzgebirge.

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Weihnachtslauf mit Abstand und Weihnachtsmann

Spaß am Videodreh
Im Ziel begrüßte der Weihnachtsmann Pauline Heßler nach fünf Kilometer mit Urkunde und Schokoladen­weihnachts­mann.

Bad Düben. Besondere Herausforderungen erfordern besondere Ideen. Unter diesem Slogan begannen die Läufer und Walker des TV Blau-Gelb 90 Bad Düben vor zwei Wochen nach einer Möglichkeit zu suchen, den 167.Stunden- und Halbstundenlauf am 4.Advent nicht wegen der Corona-Pandemie abzusagen. Zu viel sei in diesem Jahr schon wegen Corona verschoben oder gänzlich gestrichen worden. "Eine Absage stand nicht zur Diskussion. Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, mit dem erforderlichen Abstand und Disziplin den Weihnachtslauf trotzdem starten zu können", erzählte Ullrich Bresch, Abteilungsleiter Laufen im Turnverein. Fündig wurde man bei einen der Läufchen an den Wochenenden. Läuferisch ist in der Dübener Heide nachmittags und an den Wochenende immer viel Betrieb. Läufer und Walker nutzen die Wanderwege des Naturparks zur sportlichen Betätigung. "Wenn nicht alle zusammen laufen können, dann wenigstens versetzt und mit Abstand", so Bresch weiter. Und so konnte jeder, der den vierten Advent sportlich angehen wollte, zwischen 9 und 11 Uhr von der Obermühle auf die Strecke gehen. Jeder wurde höchstpersönlich vom Weihnachtsmann auf die Runde geschickt. Den Teilnehmern standen verschiedene Strecken von drei bis zwölf Kilometer zur Auswahl. Zurück an der Obermühle empfang der Weihnachtsmann alle Läufer und Walker und überreichte mit Abstand die Urkunden und einen Schokoladenweihnachtsmann. Insgesamt nahmen 20 Frauen und Männer die Strecken unter ihre Läufer- oder Walkingsohlen. "Das war eine klasse Idee, das man wenigstens so auf die Strecke gehen kann. Vielen Dank an unseren Verein, dass das so ermöglicht wurde", sagte der Bad Dübener Frank Weimann. Auch Sven Reuter und Simone Thurecht aus Noitzsch nutzten den Sonntag zu einer Laufrunde in der Kurstadt. "Wir sind sonst eigentlich Stammgäste der Bad Dübener Läufe und Sympathisanten des Turnvereins. In diesem Jahr ist ja recht viel wegen Corona ausgefallen. Um so mehr sind wir glücklich, das die Bad Dübener hier eine Möglichkeit gesucht und gefunden hat, coronakonform den Weihnachtslauf zu starten", sagte Thurecht. Auch Turnerin Pauline Heßler nutzte den Lauf als Konditionstraining. "Wir dürfen ja zur Zeit auch nicht in der Turnhalle trainieren. So kann ich wenigstens meine Kondition etwas auf Niveau halten und mir fällt es dann nicht so schwer, wenn wir wieder loslegen dürfen", erzählte die 18-Jährige.

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